Eine der häufigsten Fragen: "Was passiert mit meinem Geld, wenn quirion, Scalable Capital oder ein anderer Robo-Advisor pleitegeht?" Die Antwort ist beruhigend — aber du musst die Mechanik verstehen.
Das Sondervermögen: Der wichtigste Schutz
ETFs sind Sondervermögen. Das bedeutet: Die ETF-Anteile, die du über einen Robo-Advisor hältst, gehören rechtlich dir — nicht dem Robo-Advisor und nicht der Depotbank. Sie sind buchstäblich getrennt vom Vermögen des Unternehmens.
Was das konkret bedeutet: Wenn der Robo-Advisor morgen Insolvenz anmeldet, können seine Gläubiger NICHT auf deine ETF-Anteile zugreifen. Das Depot wird "herausgelöst" und entweder an dich ausgezahlt oder zu einer anderen Depotbank übertragen.
Die dreistufige Sicherheitsarchitektur
| Schicht | Wer? | Schutz |
|---|---|---|
| 1. Sondervermögen (ETFs) | ETF-Anbieter (z. B. iShares, Vanguard) | Vollständig geschützt — kein Zugriff durch Gläubiger |
| 2. Depotbank (Verwahrstelle) | Getrennte Bank (z. B. Baader Bank bei Scalable) | Hält ETF-Anteile getrennt vom Robo-Vermögen |
| 3. Einlagensicherung (Geldkonto) | Deutsches Einlagensicherungssystem | Bis 100.000 € pro Person bei Bankinsolvenz |
Was ist die Depotbank und warum ist sie wichtig?
Ein Robo-Advisor verwaltet dein Portfolio — aber er verwahrt es nicht selbst. Die tatsächliche Verwahrung übernimmt eine separate Depotbank:
quirion: DAB BNP Paribas
Scalable Capital: Baader Bank
Growney: DAB BNP Paribas
Ginmon: Sutor Bank
Selbst wenn der Robo-Advisor als Software-Unternehmen schließt, existiert die Depotbank weiter und verwahrt deine ETF-Anteile. Du könntest sie einfach zu einem anderen Broker transferieren.
Was wäre ein echtes Risiko?
Kein System ist hundertprozentig sicher. Theoretische Risiken:
Betrug: Wenn ein Robo-Advisor die Kundengelder nicht wirklich in ETFs investiert, sondern missbräuchlich nutzt. Das wäre kriminell und in Deutschland durch BaFin-Regulierung schwer zu verstecken — aber nicht unmöglich.
Systemisches Bankversagen: Wenn Depotbank UND ETF-Anbieter gleichzeitig insolvent gehen — extrem unwahrscheinlich, da dies globale Systeminstitutionen wären (BlackRock, BNP Paribas).
In der Praxis: Kein regulierter Robo-Advisor in Deutschland hat bisher Kundenvermögen durch eine Insolvenz verloren.
Mehr zur Sicherheit von ETF-Depots: ETF als Sondervermögen erklärt und Wie sicher sind Robo-Advisor? Zum Robo-Advisor Vergleich.