Ginmon wirbt mit einer Besonderheit, die kein anderer deutscher Robo-Advisor in dieser Form bietet: automatisches Tax-Loss-Harvesting. Das klingt technisch — ist aber ein echter Renditevorteil, wenn man versteht, wie es funktioniert.

Was ist Tax-Loss-Harvesting?

Tax-Loss-Harvesting bedeutet: Wenn ETF-Positionen im Minus sind, werden sie bewusst verkauft — um den steuerlichen Verlust zu realisieren. Dieser Verlust wird gegen Gewinne aus anderen ETFs verrechnet, was die Steuerlast im laufenden Jahr senkt. Gleichzeitig kauft Ginmon sofort einen vergleichbaren ETF, damit die Marktexposition erhalten bleibt.

Das Ergebnis: Du zahlst weniger Steuern jetzt — und mehr Vermögen bleibt investiert. Langfristig erhöht das die Rendite durch den "Steuerstundungs-Effekt". Ginmon schätzt den Mehrertrag bei 0,1–0,3 % p.a. — das hängt stark von der Marktvolatilität ab.

Kostenstruktur

Ginmon berechnet eine Verwaltungsgebühr von 0,39 % p.a. zuzüglich 0,08 % Transaktionskostenpauschale — also effektiv 0,47 % p.a. Dazu kommt die ETF-TER von ca. 0,12–0,20 %. Gesamtbelastung: ca. 0,59–0,67 % p.a. Das ist kompetitiv und vergleichbar mit quirion ab 10.000 €.

Mindestanlage und Sparplan

Ginmon ermöglicht Einstieg ab 1 € mit einem Sparplan ab 1 €/Monat. In der Praxis empfehlen sich aber mindestens 2.000–3.000 €, damit das Tax-Loss-Harvesting sinnvoll angewendet werden kann (es braucht genug Positionen, um Verluste zu realisieren und sofort zu reinvestieren).

Portfolio und App

Das Ginmon-Portfolio basiert auf dem Faktor-Investing-Ansatz: Übergewichtung von Small-Cap, Value und Momentum-Faktoren. Das führt langfristig potenziell zu Mehrrendite gegenüber einem reinen Markt-ETF — ist aber auch komplexer. Die App ist übersichtlich und zeigt steuerliche Kennzahlen transparent. Mehr zum Thema Faktor-Investing erklärt unser Artikel Faktor-ETFs erklärt.

Ginmon vs. quirion: Wer gewinnt ab welchem Betrag?

Bei 10.000 € Anlage: quirion kostet 0 % Verwaltungsgebühr, Ginmon 0,47 % — quirion liegt vorne. Bei 50.000 € kostet quirion 0,48 % (24 €/Monat), Ginmon ebenfalls ca. 0,47 % — Gleichstand. Jetzt kommt Tax-Loss-Harvesting ins Spiel: Bei 50.000 € und 0,15 % Steuervorteil durch TLH spart Ginmon ca. 75 €/Jahr — das kippt das Verhältnis leicht zugunsten von Ginmon. Ab ca. 20.000–30.000 € ist Ginmon daher die interessantere Wahl für steueroptimiertes Anlegen.

Fazit

Ginmon ist für Anleger interessant, die bei mittleren bis größeren Depots (ab 10.000 €) von Tax-Loss-Harvesting profitieren wollen und gleichzeitig einen faktorbasierten Ansatz schätzen. Die Gebühren sind fair. Für reine Einsteiger mit kleinen Beträgen ist quirion günstiger — ab ca. 15.000–20.000 € kann Ginmon durch Steueroptimierung aufholen.

Direktes Profil und aktuelle Konditionen: Ginmon Anbieter-Seite. Alle Anbieter vergleichen: Robo-Advisor Vergleich 2026.