Wer mit 22 anfängt zu investieren statt mit 32, kommt am Ende mit gleicher Sparrate auf fast doppelt so viel Vermögen. Das klingt dramatisch — ist aber pure Mathematik. Als Student ist das Gehalt klein, aber der Zeitvorteil riesig. Und der kostet nichts.
Warum früh anfangen so viel ausmacht
Der Zinseszins braucht Zeit. Je früher du anfängst, desto mehr Zeit hat dein Geld zu wachsen — ohne dass du mehr einzahlen musst. Ein Beispiel:
| Start mit | Sparrate | Rendite | Depot mit 65 |
|---|---|---|---|
| 20 Jahre | 100 €/Monat | 7 % | ca. 585.000 € |
| 25 Jahre | 100 €/Monat | 7 % | ca. 410.000 € |
| 30 Jahre | 100 €/Monat | 7 % | ca. 285.000 € |
| 35 Jahre | 100 €/Monat | 7 % | ca. 194.000 € |
Gleiche Sparrate — aber wer mit 20 statt 35 anfängt, kommt auf dreimal so viel Endvermögen. Tiefer eingetaucht im Artikel Zinseszins erklärt.
Wie viel sollten Studenten investieren?
Nicht überfordern. 25–50 Euro pro Monat sind ein realistischer Einstieg für Studenten mit Nebenjob oder BAföG. Ein 100-Euro-Sparplan ist das Ideal — aber auch 25 € sind besser als warten.
Wichtig: Erst Notgroschen aufbauen (mindestens 1–2 Monatsausgaben auf Tagesgeld), dann erst mit ETF-Sparplan beginnen. Wer plötzlich Geld braucht und den ETF im Tief verkaufen muss, verliert.
BAföG und ETF-Sparplan — Geht das zusammen?
Ja, mit einer wichtigen Einschränkung. BAföG berücksichtigt Kapitalvermögen: Das Freibetragsschonvermögen liegt bei 8.200 € (Stand 2026). Bis dahin wird ein Depot nicht auf das BAföG angerechnet. Wer mehr hat, muss den Überschuss deklarieren.
Tipp: Als BAföG-Empfänger mit kleinen Beträgen starten und das Depot im Blick behalten. Sobald das Depot die Grenze annähert, ggf. pausieren.
Welche Broker sind für Studenten am besten?
Studenten brauchen: keine Mindestanlage, keine Kontoführungsgebühren, günstigen Sparplan. Diese Anbieter erfüllen das:
- Trade Republic: Sparplan ab 1 €, 1 € Pauschale pro Order, keine Depot-Gebühren. Optimal für Einsteiger.
- Scalable Capital (Free): Sparplan ab 1 €, 0,99 € pro Ausführung, gute Portfolio-Übersicht.
- ING: Sparplan ab 1 €, keine Depot-Gebühren, etablierte Bank — gut für alle die etwas sichereres wollen.
Kostenlose Sparplan-Übersicht: Kostenlose ETF-Sparpläne 2026.
Welcher ETF für Studenten?
Einfach halten: Ein einziger breit diversifizierter ETF ist besser als viele kleine. Der klassische Einstieg:
- MSCI World ETF: 1.400+ Unternehmen aus 23 Industrieländern, sehr niedrige Kosten (ab 0,10 % TER).
- FTSE All-World ETF: Wie MSCI World + Schwellenländer-Anteil, noch breiter diversifiziert.
Automatisch kaufen, regelmäßig einzahlen, den Rest vergessen. Das ist die Studentenstrategie. Der Cost-Average-Effekt sorgt dafür, dass du bei Kursrückgängen günstig nachkaufst.
Fazit: Jetzt anfangen — auch wenn es wenig ist
Die größte Investition als Student ist Zeit. 50 Euro heute sind in 40 Jahren mehr wert als 200 Euro in 20 Jahren. Den ersten Schritt macht der Depot-Eröffnungs-Guide einfach. Und wer nicht sicher ist, welcher Anbieter passt: Anbietervergleich oder Quiz.